Was Direktvermarktung kostet

Für Anlagen über 100 kWp veröffentlicht kaum ein Anbieter Preise. Das macht den Vergleich mühsam — und verdeckt, dass nicht das Entgelt über den Erlös entscheidet, sondern die Vergütungsbasis. Diese Seite erklärt beides.

Drei Modelle, nach denen abgerechnet wird

ModellSo funktioniert esWorauf zu achten ist
Fester MonatspreisEin Betrag je Anlage und Monat, häufig ergänzt um einen Satz je kWp installierter Leistung.Planbar und unabhängig vom Strompreis. Bei kleinen Anlagen fällt er je Kilowattstunde stärker ins Gewicht.
Cent je KilowattstundeEin Abzug je erzeugter Kilowattstunde, oft als „Vermarktungsentgelt“ oder „Managementgebühr“ bezeichnet.Steigt mit der Erzeugung. In ertragreichen Jahren zahlen Sie mehr, ohne dass die Leistung des Vermarkters steigt.
Beteiligung am ErlösEin Prozentsatz des erzielten Börsenwerts.Steigt mit dem Strompreis. Verdoppelt sich das Preisniveau, verdoppelt sich die Gebühr — für dieselbe Leistung.

Verglichen werden können die Modelle nur über den Effektivpreis: Entgelt geteilt durch die erzeugte Menge, in Cent je Kilowattstunde. Als Rechengrundlage dient ein spezifischer Ertrag von 900 kWh je kWp und Jahr.

Was Vollertrag kostet

Zwei Positionen, beide vor Vertragsschluss bezifferbar: ein Grundpreis von 59 € je Anlage und Monat und ein gestaffelter Leistungspreis je kWp. Keine Beteiligung am Börsenwert, keine Einmalzahlung, keine Nachverrechnung von Ausgleichsenergie.

AnlageMonatspreis nettoim Jahreffektiv je kWh
250 kWp154,00 €1.848 €rund 0,82 ct
400 kWp211,00 €2.532 €rund 0,70 ct
750 kWp324,00 €3.888 €rund 0,58 ct
1.500 kWp549,00 €6.588 €rund 0,49 ct

Das vollständige Preisblatt steht als PDF zum Herunterladen: Preisblatt Vollertrag.

Warum das Entgelt der kleinere Hebel ist

Ein Zehntelcent Unterschied im Entgelt macht bei einer 400-kWp-Anlage rund 360 € im Jahr aus. Auf der Vergütungsseite geht es um ein Vielfaches davon: Wer den bundesweiten Monatsmarktwert vergütet bekommt statt des Viertelstundenpreises der eigenen Anlage, und wer in Stunden mit negativem Preis weiter einspeist, verliert deutlich mehr, als jede Entgeltverhandlung einbringt.

In der Rückrechnung einer realen Anlage mit 708 kWp über 9,7 Monate ergab die Vergütungsseite rund 2.060 € Unterschied — obwohl unser Entgelt in diesem Fall über dem des Altvertrags lag. Die Rechnung im Detail.

Die drei Fragen, die ein Angebot beantworten muss

  1. Auf welcher Basis wird vergütet?Monatsmarktwert Solar oder viertelstündlicher Spotpreis der eigenen Anlage? Das ist der größte Unterschied zwischen zwei Angeboten.
  2. Was passiert bei negativen Preisen?Wird abgeregelt, und wer trägt den Verlust, wenn nicht? Ohne EEG-Zahlungsanspruch greift keine Schutzregel.
  3. Welche Positionen kommen später dazu?Ausgleichsenergie, Anbindungsgebühren, Mindestmengen. Was im Angebot fehlt, steht später auf der Rechnung.

Sie wollen Ihre Abrechnung gegenrechnen lassen? Schicken Sie uns Ihre letzte Direktvermarktungsabrechnung, wir rechnen Ihre Anlage mit echten Börsenpreisen nach.

Angebot anfordern