Monatsmarktwert oder Spotpreis

Zwei Verträge können dasselbe Entgelt haben und trotzdem sehr unterschiedlich viel auszahlen. Der Unterschied liegt auf der Vergütungsseite. Diese Seite rechnet ihn an einer realen Anlage vor.

Die beiden Vergütungsbasen

Monatsmarktwert Solar

Ein bundesweiter, mengengewichteter Durchschnitt über alle deutschen Solaranlagen — inklusive der Stunden, in denen ungesteuerte Anlagen bei negativen Preisen weiter einspeisen. Diesen Durchschnitt tragen Sie mit.

Viertelstündlicher Spotpreis

Der Day-Ahead-Preis, mengengewichtet mit dem Erzeugungsprofil Ihrer eigenen Anlage. Was Ihre Anlage erzeugt, wird zu dem Preis bewertet, der in genau dieser Viertelstunde galt.

Die Rechnung an einer realen Anlage

Wir haben eine Freiflächenanlage mit 708 kWp über 9,7 Monate zurückgerechnet — mit ihrem tatsächlichen Erzeugungsverlauf aus dem Netzbetreiberexport und den echten viertelstündlichen Day-Ahead-Preisen desselben Zeitraums. Verglichen wurde der bestehende Vertrag nach Monatsmarktwert mit unserem Modell.

GrößeWert
Anlage708 kWp, Freifläche
Zeitraum9,7 Monate
Menge in Viertelstunden mit negativem Preis23,1 % der Erzeugung
Anteil des Spoterlöses, der dort verloren ging7,9 %
Unterschied zugunsten des Spotmodellsrund 2.060 €

Bemerkenswert daran ist nicht die Zahl allein, sondern woher sie kommt: Unser Entgelt lag in diesem Fall über dem des Altvertrags. Der Vorteil entstand vollständig auf der Erlösseite — durch den eigenen Viertelstundenpreis und durch die Abriegelung in den negativen Viertelstunden.

Was diese Zahl nicht ist

Sie ist ein Einzelfall und keine Zusage. Die Rechnung unterstellt, dass in allen Viertelstunden mit negativem Preis abgeregelt wird; eine reale Steuerung erreicht keine hundert Prozent. Der Abriegelungsgewinn ist damit eine Obergrenze. Und sie ist eine Rückrechnung der Vergangenheit — Preisniveau und Zahl der Negativstunden ändern sich von Jahr zu Jahr.

Was sie zeigt, ist die Größenordnung: Auf der Vergütungsseite geht es um deutlich mehr Geld als in jeder Entgeltverhandlung. Zum Vergleich der Entgeltmodelle.

Warum negative Preise ohne Förderung so wehtun

2025 gab es 573 Stunden mit negativem Börsenpreis — mehr als je zuvor; 2024 waren es 457, 2023 noch 301. Rund 16 Prozent des deutschen Solarstroms fielen in solche Stunden, weil sie fast alle im Mittagsfenster sonnenreicher Tage liegen. Für Anlagen mit EEG-Zahlungsanspruch begrenzt § 51 EEG den Schaden. Ohne Zahlungsanspruch gibt es diese Grenze nicht: Der Betreiber zahlt dann real dafür, dass er einspeist.

So prüfen Sie Ihren eigenen Fall

  1. In die Abrechnung sehenSteht dort ein Monatsmarktwert oder ein Preis, der je Viertelstunde variiert?
  2. Auf April und Mai achtenDas sind die Monate, in denen der Unterschied am größten ausfällt. Ein auffällig schwacher April ist das deutlichste Signal.
  3. Gegenrechnen lassenSchicken Sie uns Abrechnung und Lastgang — wir rechnen Ihre Anlage mit echten Börsenpreisen nach, so wie oben.

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