Marktwert Solar
Der Marktwert Solar ist der mengengewichtete Durchschnittspreis, den Solarstrom in einem Monat an der Börse erzielt hat — über alle deutschen Anlagen hinweg. Er wird monatlich von den Übertragungsnetzbetreibern veröffentlicht und ist in vielen Direktvermarktungsverträgen die Vergütungsbasis.
Die letzten Monatswerte
| Monat | Marktwert Solar | 400-kWp-Anlage, Erlös im Monat |
|---|---|---|
| Oktober 2025 | 6,980 ct/kWh | rund 1.090 € |
| November 2025 | 9,102 ct/kWh | rund 1.380 € |
| Dezember 2025 | 9,373 ct/kWh | rund 1.210 € |
| Januar 2026 | 11,019 ct/kWh | rund 1.110 € |
| Februar 2026 | 7,717 ct/kWh | rund 1.440 € |
| März 2026 | 5,455 ct/kWh | rund 2.330 € |
| April 2026 | 1,317 ct/kWh | rund 655 € |
| Mai 2026 | 3,163 ct/kWh | rund 1.770 € |
| Juni 2026 | 6,190 ct/kWh | rund 3.350 € |
| Juli 2026 | 5,226 ct/kWh | rund 1.940 € |
Quelle der Marktwerte: Veröffentlichungen der Übertragungsnetzbetreiber auf netztransparenz.de. Die Erlösspalte rechnet den Monatswert gegen das Erzeugungsprofil einer realen Anlage mit 708 kWp, anteilig auf 400 kWp umgerechnet — sie zeigt die Größenordnung, nicht Ihren Fall. Jahresmarktwert Solar 2025: 4,508 ct je Kilowattstunde.
Warum der April so aussieht
Im April 2026 lag der Marktwert Solar bei 1,317 Cent — bei gleichzeitig hoher Erzeugung. Der Grund sind die Mittagsstunden sonnenreicher Frühjahrstage: Viel Solarstrom trifft auf wenig Verbrauch, der Börsenpreis fällt, in einzelnen Viertelstunden unter null. Weil der Marktwert mengengewichtet ist, ziehen genau diese Stunden ihn nach unten.
Für eine Anlage ohne EEG-Zahlungsanspruch ist das der teuerste Monat des Jahres — und zugleich der, in dem sich die Vermarktung am stärksten auszahlt.
Der Marktwert ist nicht Ihr Erlös
Der Marktwert Solar ist ein Durchschnitt über alle deutschen Anlagen. Ihre Anlage hat eine eigene Ausrichtung, einen eigenen Standort und ein eigenes Profil — und wird in den negativen Viertelstunden entweder mit abgeregelt oder eben nicht. Beides führt dazu, dass der tatsächliche Viertelstundenerlös vom Monatsdurchschnitt abweicht, nach oben wie nach unten.
Wer den Monatsmarktwert vergütet bekommt, trägt diesen Durchschnitt mit — auch die Verluste ungesteuerter fremder Anlagen. Wer den eigenen Viertelstundenpreis bekommt und in Minusstunden abgeregelt wird, trägt nur den eigenen Fall. Was das an einer realen Anlage ausmacht.
Der Trend hinter den Zahlen
Der Profilfaktor — der Marktwert Solar geteilt durch den durchschnittlichen Börsenpreis — ist in zwei Jahren von 0,84 auf 0,505 gefallen. Solarstrom, der zum Zeitpunkt seiner Erzeugung verkauft wird, erlöst damit nur noch gut die Hälfte des mittleren Marktpreises. Dieser Abstand wächst mit jedem weiteren Zubau. Er ist der Grund, warum die Frage, wie vermarktet wird, von Jahr zu Jahr mehr Gewicht bekommt.
Wissen, was Ihre Anlage wirklich erlöst hat? Schicken Sie uns Ihre letzte Abrechnung — wir rechnen sie mit echten Viertelstundenpreisen gegen.